Zwei Mönche von paramilitärischen Kräften getötet
Auszug: "Zwei Mönche in einem Kloster in Westchina wurden am 12. Juli bei einem Zusammenstoß mit paramilitärischen Kräften getötet, erfuhr The Times aus drei tibetischen Quellen. Das Kloster Gonchen ist eines der bekanntesten der Region und berühmt für den Druck der buddhistischen heiligen Schriften. Als die Mönche zu Ehren des Geburtstags von Padmasambhava oder Guru Rinpoche, dem Gründer des tibetischen Buddhismus, ein Fest begehen wollten, verboten die Behörden ihnen ihre traditionellen Tänze aufzuführen. Daraufhin kam es zu einer Auseinandersetzung.
Was weiter passierte, wird wohl nie ganz ans Licht kommen. Wiederholte Anrufe nach Derge blieben erfolglos, denn die dort kontaktierten Beamten gaben vor nichts von einem Vorfall an diesem Datum zu wissen. Die Informationen aus der Gegend fließen äußerst spärlich, weil die Truppen der Volksbefreiungsarmee in fast jeder größeren und kleineren Ortschaft Straßenblockaden errichtet haben.
Ein Angestellter in einem dortigen Hotel sagte: 'Der Vorfall vom 12. Juli war nur ein Unfall. Alles ist sicher hier'. Ein Regierungsbeamter legte einfach den Hörer auf, als er über den Vorfall befragt wurde. Ebenso weigerten sich die in dem Kloster stationierten chinesischen Kader, Fragen zu beantworten.
Aus tibetischen Quellen verlautet unter der Bedingung von Anonymität, daß Einheiten der paramilitärischen bewaffneten Volkspolizei Schüsse abgefeuert hätten: 'Zwei Mönche kamen dabei ums Leben, sie sind meine Verwandten'.
Die chinesische Regierung ist bestrebt, gerade jetzt kurz vor den Olympischen Spielen, alle Einzelheiten über die Unruhen in tibetischen Gebieten zu unterdrücken, besonders Berichte über Gewaltanwendung mit tödlichem Ausgang."
Übersetzung: Adelheid Dönges, Revision: Schabka
Quelle: The Times am 18. Juli: "Chinese impose blackout over new Tibetan monk deaths"
Bericht in Englisch